1 Was ist Kanotix?
2 Kanotix-CD brennen
2.1 Unter Linux
2.2 Unter Windows
2.3 Fehleranalyse
3 Installation
3.1 Vorbereitung
3.2 Festplatte konfigurieren
3.3 Kanotix installieren
4 Konfiguration
4.1 Netzwerk und Drucker
4.2 Monitoreinstellungen
4.3 Installation von proprietären Grafikkartentreibern
4.4 Sound-Konfiguration
4.5 Sicherheit
4.6 Home-Verzeichnis auf einer anderen Partition anlegen
4.7 Laptop: Ruhezustand aktivieren
4.8 Sonstiges
4.8.1 Desktop-Laufwerksymbole
4.8.2 Kanotix ,,silent" Bootsplash einrichten
5 Backup
5.1 Backup der Windows-Partition mit Partition Image (partimage)
5.2 Inkrementelles Backup einer Daten-Partition mit rsync
6 Kanotix updaten
6.1 Programme installieren oder updaten mit KPackage
6.2 Dist-Upgrade und Kernel-Update mit Kanotix-Update-GUI
6.2.1 Dist-Upgrade
6.2.2 Kernel-Update
6.3 Neue Kanotix-Version installieren unter Bewahrung der System-Konfiguration: Update-Installation
7 Anhang
7.1 Hilfe und Weiterführende Links
7.2 Was ist eine MD5-Summe?
7.3 Cheatcodes
1 Was ist Kanotix?
Kanotix1 ist eine vollständige, von CD bootende Linux-Distribution mit grafischer
Oberfläche (
K Desktop
Environment
KDE)
auf der Basis von
Debian Sid,
mit den Tools aus
Knoppix,
die sich durch eine hervorragende Hardwareerkennung auszeichnet und
sich bestens für die Festplatteninstallation eignet. Die CD kann natürlich
auch als sogenannte ,,Live-CD" verwendet werden, d. h. eine Festplatte
ist in diesem Betriebsmodus zum Arbeiten nicht erforderlich, da alle
Programme von CD gestartet werden. Auf Datenträger wie Festplatten,
USB-Stick, Disketten kann jedoch zugegriffen werden und Dateien auf
NTFS
2-Partitionen können gelesen werden (experimenteller Schreibzugriff
auf NTFS-Partitionen mittels
Captive
ist auf eigenes Risiko möglich). Kanotix eignet sich daher auch zur
Datenrettung und Virenbeseitigung auf Windows-PC's! Kanotix ist für
die i586-Architektur optimiert und daher für ältere CPUs nicht geeignet.
Es müssen mindestens 128 MB RAM vorhanden sein, empfohlen sind aber
256 MB.
Derzeit aktuell ist KANOTIX 2005-04 vom 31.12.05 (stable release)
mit Kernel 2.6.14.5 und KDE 3.4.3. Die Paketauswahl beinhaltet eine
Reihe nützlicher Programme aus allen wichtigen Anwendungsbereichen:
- Netzwerk (z.B. samba, wlan-Karten, Fritz!-Card DSL ... )
- Internet (z.B. Webbrowser Firefox 1.5, E-Mail-Programm Thunderbird,
AMSN Instant Messenger, FTP-Client, Apache ...)
- Anwendungen (z.B. OpenOffice 2.0, Editoren, Multimedia-Player wie
Kaffeine, Brennprogramm K3B ...)
- Datenrettung (z.B. QtParted, partimage, testdisk ...)
- ... und eine fast unerschöpfliche Auswahl anderer Programme und Tools,
darunter spezielle Kanotix-Skripte für die Installation der Grafikkartentreiber
von Nvidia und ATI, sowie zur Systemverwaltung.
Es gibt auch eine Lite-Version (ohne OpenOffice,
LATEX und ein
paar anderen Tools, dafür aber mit KOffice).
Die .iso-Dateien zum Downloaden befinden sich auf
http://debian.tu-bs.de/kanotix/KANOTIX-2005-04/.
Die vorliegende Einführung basiert auf dem Kanotix-Wiki und beschreibt
die Installation von Kanotix, die Konfiguration von Drucker, Netzwerk
und Monitor, sowie die Möglichkeiten des System-Updates ab der Version
2005-4. Für ausführlichere Informationen sei auf
7.1
,,Hilfe und Weiterführende Links", sowie das
Kanotix-Wiki,
die
FAQ3, das
Kanotix-Forum
und den
IRC-Chat
verwiesen.
2 Kanotix-CD brennen
2.1 Unter Linux
Wer bereits ein Linuxsystem auf dem Rechner installiert hat, kann
mit jedem darauf vorhandenen Brennprogramm die CD erstellen. Natürlich
geht das auch mit der Live-CD von Kanotix, z. B. mit
K3b.
Die folgende Beschreibung gilt für Versionen ab 0.12.1 von K3b :
In der Menü-Leiste wählen wir über
Extras -> CD-Abbilddatei
brennen... das zu brennende ISO-File aus. Die MD5-Summe wird automatisch
überprüft (s. a. u.
7.2 ,,Was ist eine MD5-Summe?").
Stimmt die angezeigte Prüfsumme mit der angegebenen Zeichenfolge in
der Datei
KANOTIX-2005-04.iso.md5 überein, war der Download
erfolgreich und die Datei kann mit einem Klick auf
Start
gebrannt werden.
Man kann die CD auch direkt über die Konsole brennen:
-
cdrecord dev=0,0,0 driveropts=burnfree fs=14M speed=12 -dao
-overburn -v KANOTIX-2005-04.iso
Möchte man auf eine CDRW brennen, einfach noch
blank=fast
in die Zeile einfügen.
2.2 Unter Windows
Selbstverständlich kann das ISO-File auch unter Windows gebrannt werden.
Es ist sehr empfehlenswert, zunächst die MD5-Summe zu überprüfen (s.
a. u.
7.2 ,,Was ist eine MD5-Summe?"). In
K3b ist die Überprüfung, wie oben beschrieben, voll integriert, aber
unter Windows nicht unbedingt vorgesehen.
Die geladene Datei muss als ISO-File gebrannt werden. Falls jedoch
z. B. das Programm Winrar mit der Endung .iso verknüpft ist, irritiert
das viele Einsteiger, da angenommen wird, es handele sich um ein Archiv.
Keinesfalls darf das ISO-File einfach als Datei auf CD gebrannt werden!
Bei Nero ist es zwingend nötig, das ISO-File als
Disc at once
zu brennen. Die folgende Anleitung beschreibt das Erstellen der CD
mit
Nero
(nicht Nero express!):
- Nero starten, alle aufpoppenden Wizards beenden, und das Menü Datei->
CD-Image brennen aufrufen.
- Die heruntergeladenene ISO-Datei auswählen und Öffnen anklicken.
- Wenn wir nun Info anklicken, sollte dort in etwa das Folgende
zu sehen sein:
- Nun den Reiter Brennen auswählen und Button Brennen
anklicken:
Nero liegt vielen Brennern bei, es geht aber auch mit
CDRWIN.
CDRWIN, das man als Testversion downloaden kann. brennt in der Testversion
mit reduzierter Geschwindigkeit, sollte aber für diesen Zweck völlig
ausreichen. Der Menüpunkt heißt
Eine ISO 9660 Image Datei
direkt auf CD brennen. Eine weitere Möglichkeit ist das Brennen mit
dem Freeware-Programm
CD/DVD Burner XP Pro
unter Windows.
2.3 Fehleranalyse
Falls sich die CD nicht korrekt brennen lässt, Folgendes überprüfen
:
- Stimmt die MD5 Summe? (s. u. 7.2 ,,Was ist eine
MD5-Summe?" )
- Wurde beim Brennen Disc at once (DAO) ausgewählt (Track
at once ist voreingestellt!)
- Wurde der Brennvorgang erfolgreich abgeschlossen?
- Wurde eine schon mehrfach verwendete CD-RW verwendet? Wenn ja, eine
neue nehmen, oder eine CD-R.
Da auch eine zu hohe Brenngeschwindigkeit zu Problemen führen kann,
sollte man es mit der halben MAX-Geschwindigkeit des Brenners versuchen.
Wenn es dann immer noch nicht klappt, kann man DMA und ACPI deaktivieren
4. Außerdem kann man die CD an einem anderen Rechner testen.
3 Installation
3.1
Vorbereitung
Zunächst sei darauf hingewiesen,
dass man zuerst alle
Daten sichern sollte, bevor man die Installation durchführt! Wie
man mit der Kanotix Live-CD ein Backup durchführt, wird in Kapitel
5 beschrieben.
Vor der Installation sollten außerdem alle USB-Sticks, Kameras etc.
entfernt werden. Danach muss im Bios die Bootreihenfolge auf CD-ROM
eingestellt werden (bei manchen Biosversionen kann man auch während
des Bootens das Startlaufwerk auswählen. Beim AMI-Bios z.B. mit F11
oder F8)
Kanotix sollte jetzt problemlos von CD starten. Sollte das nicht der
Fall sein, helfen Bootoptionen (Cheatcodes), die an den Bootmanager
übergeben werden können. Mit
hsync und
vsync und
screen und den entsprechenden Parametern kann man außerdem
die horizontale und vertikale Bildwiederholfrequenz und die Bildschirmauflösung
vorab festlegen. Diese Einstellungen bleiben auch nach der Installation
erhalten! Die cheatcodes samt Parametern sind tabellarisch unter
7.3
aufgeführt.
Im Live-Modus kann man nun überprüfen, ob die Hardware richtig erkannt
wurde bzw. ob es möglich ist, diese korrekt zu konfigurieren. Drucker
und Netzwerk-Einstellungen (Internetzugang) richtet man sehr komfortabel
mit den Tools im Kanotix-Menü (Button mit Fischsymbol unten links
in der Kontrollleiste), Untermenü
Netzwerk/Internet bzw.
Konfiguration -> Drucker konfigurieren ein. Alle anderen
Einstellungen kann man über das KDE-Kontrollzentrum (K-Menü-Button
-> Kontrollzentrum) vornehmen. Falls es irgendwo hakt, nicht verzagen
und im Wiki nachschauen oder im Forum suchen bzw. fragen!
Wenn alles läuft, können wir zur Installation schreiten! Eine Installation
auf der Festplatte ist ungleich komfortabler und vor allem schneller,
als ein System, das nur von CD-ROM läuft.
3.2
Festplatte konfigurieren
Wir starten den
Kanotix-Installer über das
Kanotix-Menü
in der Kontrolleiste, indem wir auf den Pfeil über dem Fischsymbol
klicken und den entsprechenden Eintrag im Untermenü aufrufen.
Nachdem wir zunächst den Info-Text mit einführenden Erklärungen gelesen
haben, wählen wir den gewünschten Installations-Modus. In unserem
Fall eine Neuinstallation. Der Button ist standardmäßig schon ausgewählt.
Wir gehen auf den Reiter
Partitionierung. Hier wird eine
Vorauswahl bezüglich der root-Partition, auch Wurzelverzeichnis oder
Basisordner genannt, symbolisiert durch den slash
5 /, und des Dateisystems angezeigt. Auf der root-Partition wird Kanotix
installiert (Zur Verzeichnisstruktur unter Linux s. a. u. 6.5.
2).
Windows-Partitionen werden aus Sicherheitsgründen
nicht angezeigt, um ein versehentliches Löschen dieser Partitionen
zu verhindern! Auch aus diesem Grund ist es daher meistens nötig
und auch sinnvoll, die Festplatte für die Installation vorzubereiten.
Es sei denn die Festplatte ist ,,leer" und es soll nur Kanotix
installiert werden.
Bevor wir den Partitionierer starten, muss zunächst gewährleistet
sein, dass keine Platten (Partitionen) eingebunden (,,gemountet")
sind! Der Installer weist leider nicht mit Fehlermeldungen daraufhin,
was für Anfänger leicht verwirrend sein kann. Mit einem Rechtsklick
auf die Festplattensymbole auf dem Desktop lässt sich überprüfen,
ob die jeweilige Partition eingebunden ist und man die Laufwerkseinbindung
gegebenenfalls lösen muss (
Laufwerk-Einbindung lösen).
Sicherer ist es, sich auf der Konsole mit dem Befehl
mount
(ohne Optionen) alle gemounteten Filesysteme anzeigen zu lassen. Mit
umount /dev/xxx kann man die jeweiligen Laufwerke aushängen.
Sollte sich auf der zu bearbeitenden Platte schon eine Swappartition
befinden, muß diese ebenfalls ausgehängt werden:
-
sudo swapoff -a
Man könnte auch schon im Bootmenü ,,noswap" als zusätzlichen
Cheatcode eingeben.
Exkurs: Unter Linux werden Laufwerke als
,,Gerätedateien" angesprochen. Außerdem unterscheidet sich die
Bezeichnung der Laufwerke von der Namensgebung unter Windows. (Zu
den Vorteilen der Datenträgerverwaltung unter Linux sei auf einen
easylinux-Artikel verwiesen, s. u. 6.5.1).
Unter Windows erhält die erste sichtbare Festplattenpartition den
Namen C: Unter Linux wird zunächst einmal zwischen IDE-Festplatten
(hd) und SCSI-Festplatten (sd) unterschieden. hda wäre dann ein IDE-Laufwerk,
das als primärer Master konfiguriert ist. hda1 wäre dann die erste
Partition auf diesem Laufwerk (bei Windowssystemem ist meistens nur
eine Partition angelegt!). Eine ausführliche Darstellung zu diesem
Thema findet sich z. B. im ,,Knoppix kompakt"-Buch, Kapitel 4.2
(s. u. 6.5.3).
Wir klicken nun auf
Partitionierer starten. Der Partition-Manager
wird aufgerufen. Er beruht auf dem Programm
QtParted,
das zur Zeit noch als experimentell zu betrachten ist. Aber erfahrungsgemäß
gibt es bei ,,korrekter" Vorgehensweise keine Probleme (Erfahrene
User können statt QtParted auch
cfdisk verwenden). QtParted
ermöglicht es, Festplatten zu partitionieren und/oder zu formatieren.
Außerdem können Partitionen verkleinert bzw. verschoben werden. Dabei
ist zu beachten, dass durch Formatieren die auf der Partition vorhandenen
Daten gelöscht werden! Der Kanotix-Installer kann auch NTFS-Partitionen
verkleinern, um Platz für eine Kanotix-Partition zu schaffen. Vorher
sollte die NTFS-Partition aber unbedingt defragmentiert werden! Sicherheitshalber
sollte man aber Änderungen an NTFS-Partitionen mit einem Windowstool
durchführen (
Partition Manager,
Partition Magic,
Acronis)!.
Die folgende Abbildung zeigt beispielhaft die Anzeige aller erkannten
Partitionen im Partition-Manager:
Die zur Partitionierung nötigen Aktionen können über das Kontextmenü
(Rechtsklick auf die Partitions-Einträge im großen Fenster) oder über
die Menüleiste ausgeführt werden. Wenn alle Aktionen mit "Ok"
beendet wurden, werden die Änderungen jedoch erst dann ausgeführt,
wenn man im Menü unter
Gerät auf
Änderungen durchführen
klickt! Falls nach Änderungen an einer Partition QtParted keine weiteren
Maßnahmen zulässt, hilft ein Reboot.
Prinzipiell reichen für eine Installation weniger als 3GB, aber das
ist für einen modernen Multimedia-Rechner keine gute Option. Sinnvoll
sind etwa 5-8GB. Für den Linux-Neuling empfiehlt sich, erstmal nur
2 Partitionen zu verwenden, da dies die Installation sehr vereinfacht:
eine Partition für Kanotix (root-Partition, Label / ), und eine zweite
für die Auslagerungsdatei (swap), die in der Funktionalität etwa der
Windowsauslagerungsdatei entspricht, aber weit effektiver ist als
diese. Besser ist es, auch eine eigene Partition für
/home
(,,Persönlicher Ordner" oder Datenpartition) einzurichten (s. a.
u.
4.6) . Fortgeschrittene Anwender
können auch
/var,
/tmp, ...etc. aufteilen. Dies
würde jedoch den Rahmen dieser Einführung sprengen. Wer viele kleine
Partitionen einrichtet, sollte sich die Bezeichnungen für später notieren.
Es ist generell sinnvoll eine 2. Festplatte zu verwenden, um Performance,
Komfort und Sicherheit zu erhöhen. Windows sollte man immer auf die
erste Festplatte installieren! Die Swap-Partition sollte doppelt so
gross wie der Arbeitsspeicher sein, aber nicht größer als 500 MB.
Sollte "Suspend to RAM" (hibernation) geplant sein, muß mindestens
das 1,5-fache des RAMs für Swap vergeben werden.
Als Standarddateisystem für die Linuxpartitionen verwendet man am
besten ReiserFS. Für den Datenaustausch mit einer Windowsinstallation
nimmt man vfat (Fat32). Der oft gehörte Rat, gleich das ganze WindowsXP
auf Fat32 zu installieren, um einen einfacheren Zugang mit Linux zu
den Windowsdateien zu bekommen, ist falsch! WindowsXP (auch WinNT,
2000, 2003) benötigt das Dateisystem NTFS, um einigermaßen sicher
zu funktionieren.
Nachdem die Partitionen angelegt sind kann man QtParted beenden.
Da der Installer nur die root-Partition formatiert,
ist es wichtig, dass alle anderen angelegten Partitionen vor
der Installation formatiert werden!
3.3
Kanotix installieren
Auf der Seite
Partitionierung des Kanotix-Installers legen
wir nun die root-Partition und das Dateisystem fest (
formatieren
mit). Zusätzlich können wir die
Mountpoints anderer Partitionen
festlegen. Das ist dann sinnvoll, wenn wir ein separates /home-Verzeichnis
anlegen wollen und unsere Windows-Partitionen einbinden möchten. Wer
das /home-Verzeichnis auf einer anderen Partition anlegen möchte,
findet eine Anleitung dazu im Anhang (s. u.
4.6
,,Home-Verzeichnis auf einer anderen Partition anlegen"). Die
Tabelle könnte jetzt folgendermaßen aussehen (als Beispiel!):
Nachdem wir die Partitionstabelle festgelegt haben, wechseln wir auf
den Reiter
Grub. Als Bootmanager wählen wir GRUB und als
Installationsort MBR (Master Boot Record). Grub erkennt, ob noch andere
Betriebssysteme auf dem Computer installiert sind (z. B. Windows)
und fügt diese seinem Bootmenü zu. Zusätzlich können wir auch noch
eine Bootdiskette erstellen, mit der sich Kanotix später auch dann
starten lässt, falls Grub im MBR beschädigt, verändert oder gar gelöscht
worden sein sollte.
Wir wechseln auf die Seite
Benutzer und geben dort Benutzername
und Passwörter ein. Wer weitere Benutzer einrichten möchte, kann dies
nach der Installation mit der KDE-Benutzerverwaltung tun, indem man
in der Konsole
kuser aufruft.
Auf der Seite
Netzwerk geben wir noch einen Namen für den
Rechner ein.
Wir gehen nun auf die letzte Seite
Installation, um diese
abzuschließen. Wir wählen
Konfiguration speichern und Installation
starten und klicken auf den entsprechenden Button unten rechts. (Die
anderen Menüpunkte sind für erfahrene Anwender gedacht, die ihre speziellen
Änderungen noch in die Konfiguration (/home/.knofig) schreiben möchten
oder eine besondere Festplattenaufteilung haben, die von der automatischen
Prüfung abgelehnt wurde).
Wir sehen nun in einem Fenster noch einmal alle gewählten Optionen
in einer Übersicht angezeigt. Wir sollten die Angaben noch einmal
prüfen! Wenn alles korrekt ist, können wir den
Ja-Button
klicken
Die Installation dauert je nach System zwischen 10min und 1h. Es kann
passieren, dass der Fortschrittsbalken mal an einer Stelle längere
Zeit stehenbleibt (nicht nervös werden und in Ruhe einen Kaffee trinken!).
Nach dem Reboot nehmen wir die CD heraus. Jetzt kann Kanotix von Festplatte
gestartet werden!
Tipp: Wenn eine neue Kanotix-Version
herauskommt, kann man diese unter Bewahrung der bestehenden System-Konfiguration
installieren. Dies wird in Kapitel 6.3
beschrieben.
Im Anschluss an die Installation ist es sinnvoll, zunächst das Netzwerk
zu konfigurieren (
4.1), um anschließend
gleich ein dist-upgrade durchzuführen (
6).
4 Konfiguration
Vorbemerkung: Im Gegensatz zu Windows wird in Linux zwischen
root
bzw. superuser (
su) (= Administrator) und dem normalen
user
unterschieden. Alles was nicht mit Konfiguration bzw. Systemadministration
zu tun hat, sollte als user durchgeführt werden! So sollte man niemals
mit root-Rechten im Netz surfen! Viele Konfigurationsmaßnahmen lassen
sich schnell über die Konsole durchführen: Um sich als root einzuloggen
gibt man
su für superuser ein, drückt die Entertaste und
gibt anschließend sein Passwort ein. Danach führt man den entsprechenden
Befehl aus.
Auch hier vorab der Hinweis, dass man bei auftauchenden Problemen
zuerst im Wiki oder den FAQ nachschauen, und falls dies nicht weiterhilft,
im Forum suchen bzw. fragen sollte!
4.1
Netzwerk und Drucker
Nach dem ersten Start von der Festplatte sind die Netzwerk- und Druckereinstellungen
aus dem Live-Modus nicht mehr vorhanden und müssen wieder neu eingerichtet
werden. Dies erfolgt für das Netzwerk über den Menüpunkt
Kanotix
Untermenü
Netzwerk/Internet. Wer vorher z. B. durch seinen
DSL-Router eine Netzwerkadresse automatisch erhalten hat (DHCP), muss
Netzwerkkarte konfigurieren aufrufen.
Der Drucker wird über
Kanotix -> Konfiguration -> Drucker
konfigurieren eingerichtet oder besser noch im Browser über die Seite
http://localhost:631/ über den Menüpunkt
Drucker verwalten
und dann
Drucker hinzufügen. Im Feld Druckername muss der
Name des Druckers eingetragen werden (ohne Leerzeichen!) Die Felder
,,Beschreibung" und ,,Standort" können frei gelassen werden.
Im Folgenden müssen dann noch die Schnittstelle (,,Gerät"), z.
B. ,,USB Printer #1"oder ,,Parallelport #1", Hersteller und
Druckermodell ausgewählt werden. Fertig!
4.2 Monitoreinstellungen
Die Auflösung des Monitors kann über ein Kanotix-spezifisches Skript
eingestellt werden. Um, als Beispiel, eine Auflösung von 1280 x 1024
zu erhalten, öffnen wir eine Konsole und geben Folgendes ein:
-
su
fix-res.sh 1280x1024
fix-dpi-kdm.bash
Anschließend
Strg-Alt-Backspace drücken, um den X-Server
neu zu starten.
Die Einstellung der Bildwiederholfrequenz erfordert etwas mehr ,,code".
Um die Bildwiederholrate auf 85 zu erhöhen geben wir ein :
-
perl -pi -e 's/(s*VertRefresh).*/1 50 - 85/'
/etc/X11/xorg.conf
Anschließend auch hier
Strg-Alt-Backspace drücken, um den
X-Server neu zu starten. Um eine andere Bildwiederholrate einzustellen,
einfach ,,85" durch den entsprechenden Wert ersetzen. Falls es
nicht klappt: Beim Booten im Grub-Bildschirm in der Zeile unten
noml
vysnc=85 eingeben. Damit werden die sogenannten modelines in der
xorg.conf deaktiviert.
Bitte darauf achten, ob Grafikkarte und Monitor die gewählte Auflösung
und Bildwiederholfrequenz auch unterstützen!
4.3
Installation von proprietären
Grafikkartentreibern
Die proprietären, d. h. nicht ,,freien" Grafikkartentreiber von
ATI und Nvidia lassen sich leicht nachträglich installieren, denn
dazu stehen spezielle Kanotix-Skripte zur Verfügung
6. Eine Internetverbindung muss aufgebaut sein!
Durch das Skript wird zunächst in den sogenannten ,,init 3 runlevel
7" gewechselt, d. h. der X-Server und damit auch KDE werden beendet.
Auf der Konsole werden die entsprechenden Treiber heruntergeladen
und installiert. Anschließend werden X-Server und KDE wieder gestartet
(init 5). Dies geschieht automatisch. Man muss nur die folgenden Kommandos
auf einer Konsole ausführen:
ATI Grafikkartentreiber
-
su
init 3
update-scripts-kanotix.sh
install-radeon-debian.sh
Nvidia Grafikkartentreiber
-
su
init 3
update-scripts-kanotix.sh
install-nvidia-debian.sh
Wenn das Einloggen bzw. der Start von KDE nach der Installation des
Grafikkartentreibers länger als gewohnt dauert, sollte man auf der
Konsole (als root)
fix-fonts.sh ausführen.
Die 3D-Funktionalität des Treibers kann man testen, indem man
glxgears8 über eine Konsole aufruft.
4.4 Sound-Konfiguration
Falls es Probleme mit dem Sound geben sollte, kann die Soundkarte/-chip
nachträglich mit
alsaconf konfiguriert werden. Wir öffnen
dazu eine Konsole und geben ein:
-
su
alsaconf
Den Willkommensbildschirm verlassen wir, indem wir die
Enter-Taste
drücken (
Ok). Die Soundkonfiguration wird gestartet und wir
wählen unsere Soundkarte/-chip aus. Falls mehrere Einträge angeboten
werden, wählen wir den richtigen Eintrag über die Pfeiltasten aus.
Die anschließende Abfrage ,,Configuring ... Do you want to modify
..." bestätigen wir mit
Ja und die folgende Abfrage ebenfalls.
Für das ,,Feintuning" der Lautstärke können wir anschließend noch
das Programm
alsamixer aufrufen (
Alt +
F2
drücken (,,Befehl ausführen") -> ,,alsamixergui" eingeben).
Um sicherzugehen, dass die Einstellungen auch den nächsten Systemstart
überdauern, speichern wir unsere Einstellungen auf einer Konsole mit
-
alsactl store
Für eine schnelle, temporäre Anpassung der Lautstärke (,,Master")
können wir
KMix über das Lautsprechersymbol im Systemabschnitt
der Kontrolleiste aufrufen.
4.5 Sicherheit
Auch wenn allein schon durch die Unterscheidung zwischen root und
user Linux-Systeme höhere Sicherheitsstandards aufweisen als die für
den Desktop konzipierten Windows-Systeme, sollte man sich auch unter
Linux mit diesem Thema beschäftigen.
Am wichtigsten ist es, Kanotix regelmäßig upzudaten, wenn möglich
wöchentlich. Dadurch ist gewährleistet, das auch regelmäßig Sicherheitsupdates
eingespielt werden. Dies ist Thema des folgenden Kapitels.
Sinnvoll ist auch eine
Firewall9, z. B.
Guarddog.
Guarddog muss mit root-Rechten gestartet werden. Man sollte sich zunächst
die Hilfe (Button unten links) durchlesen, um Guarddog optimal zu
konfigurieren
10. Standardmäßig werden nämlich alle Ports
11 geschlossen, d. h. jegliche Verbindung ins Netz wird blockiert!
Mit dem tool
chkrootkit
kann man zusätzlich nach sogenannten
rootkits12 suchen. Dazu startet man Kanotix im Live-Modus und führt das Programm
als root über eine Konsole
aus. Die zu prüfende Partition
muss eingehängt (gemountet) sein! Um z. B. die Partition hda2 zu prüfen
gibt man
chkrootkit -r /media/hda2 ein.
Die Gefahr durch Viren unter Linux ist z. Z. sehr gering, dennoch
sollte man einen Virenscanner verwenden. Und sei es auch nur um seine
Windows-(Daten)-Partitionen zu scannen, oder E-Mail-Anhänge, die man
an Windows-Rechner verschickt oder weiterleitet! Das bekannte Antiviren-Programm
AntiVir gibt es
auch für Linux. Eine Installationsanleitung dafür findet sich im
Kanotix-Wiki.
Daneben gibt es noch
ClamAV
mit der grafischen Bedienoberfläche
KlamAV
oder alternativ
avscan
und die konsolenbasierten
F-Prot
und
BitDefender.
Für f-prot gibt es eine
Menüerweiterung
für den Dateimanager Konqueror.
Guarddog, ClamAV/KlamAV/avscan und f-prot kann man über Synaptic oder
apt-get installieren kann (s. u.
6).
4.6
Home-Verzeichnis auf einer
anderen Partition anlegen
Diese Anleitung ist für erfahrene User gedacht!
Es ist sinnvoll, das Home-Verzeichnis auf einer anderen Partition
anzulegen, um zu verhindern, dass schon vorhandene User-Datenbestände
überschrieben werden (z. B. Mozilla-Mails, Preferences usw.) bzw.
dass bei der Installation einer neuen Kanotix-Version
/home
überschrieben wird (s. a. u.
6.3):
Zunächst erstellen wir eine Partition für das spätere
/home
und formatieren sie in einem entsprechenden Linux-Format. Dies können
wir mit dem Partition-Manager tun, den wir über den Kanotix-Installer
aufrufen (s. u.
3.2).
Im Kanotix-Installer klicken wir auf der Seite
Partitionierung
das Kästchen
Mountpoints anderer Partitionen festlegen an.
In der Tabelle weisen wir nun der von uns für das /home-Verzeichnis
vorgesehenen Partition den mountpoint /home zu (s. Abbildung in Abschnitt
3.2). Die weiteren Schritte zur Installation
sind in Abschnitt
3.3 beschrieben.
Das /home-Verzeichnis lässt sich natürlich auch nach der Installation
verschieben. Eine Anleitung dazu findet sich im
Kanotix-Wiki.
4.7
Laptop: Ruhezustand aktivieren
Kanotix unterstützt generell den Ruhezustand (,,suspend to disk"oder
,,hibernation"). Voraussetzung dafür ist die korrekte Installation
der proprietären Grafikkartentreiber (s. u.
4.3)
und eine richtig konfigurierte swap-Partition (s. u.
3.2.
Um ,,suspend to disk" zu aktivieren, öffnen wir eine Konsole und
geben folgendes ein:
-
su
get-resume-partition
Nachdem wir anschließend den Rechner neu gestartet haben (reboot)
öffnen wir über das
K-Menü das Kontrollzentrum (oder über
Alt + F2,
kcontrol), wechseln in die Rubrik ,,Energiemanagement"
-> ,,Laptop-battery"
und wählen ,,ACPI-Settings" aus.
Nach der Eingabe des root-Passworts aktivieren wir ,,Hibernation".
Im Register ,,Button-Action" kann der Ruhezustand auf individuelle
Bedürfnisse eingestellt werden.
Ein nützliches Programm, um den Power-Saving-Modus für AMD Athlon/Duron
CPUs zu kontrollieren ist
athcool.
Wenn es nicht installiert sein sollte, kann man es mit KPackage (s.
u.
6.1) installieren. Zuvor sollte
man aber die Warnhinweise durchlesen (s. link zu athcool)!
13
4.8 Sonstiges
4.8.1 Desktop-Laufwerksymbole
Die Symbole für das CD- oder DVD-Laufwerk erscheinen erst, wenn man
ein entsprechendes Medium einlegt!
Die Benennung der Festplattensymbole auf dem Desktop richtet sich
nach der Größe der Partitionen. Um ,,sprechendere" Namen zu vergeben,
klicken wir mit der rechten Maustaste auf das Icon, gehen auf
Eigenschaften
und sehen auf dem Reiter
Allgemein die uns bekannte Nomenklatur,
z. B.
hda6. Wir können diese Bezeichnung umbenennen oder
ergänzen in (als Beispiel)
Daten (hda6).
4.8.2 Kanotix ,,silent" Bootsplash einrichten
Während des Bootvorgangs werden auf dem Bildschirm Statusmeldungen
ausgegeben, die über den Bootvorgang informieren. Wer lieber einen
sogenannten ,,silent" (im Gegensatz zu ,,verbose") bootsplash
mit einem Hintergrundbild und einem Fortschrittsbalken einrichten
möchte, kann sich z. B. den Kanotix-bootsplash installieren
14. Dazu öffnen wir eine Konsole und führen folgende Schritte durch:
-
su
cd /usr/local/bin
wget -Nc http://www.andreas-loibl.de/linux/scripte/install-
bootsplash-acritox/install-bootsplash-acritox.sh
chmod +x install-bootsplash-acritox.sh
install-bootsplash-acritox.sh
Dadurch haben wir nun den Kanotix-bootsplash mit der Standardauflösung
von 1024 x 768 installiert. Wenn man eine andere Auflösung einstellen
möchte, geht man folgendermaßen vor:
-
su
dpkg-reconfigure bootsplash
Im darauf erscheinenden dialoggesteuerten Konfigurationstool wählt
man die gewünschte Auflösung aus, beantwortet die restlichen Fragen
mit
Enter und führt abschließend noch
-
install-bootsplash-acritox.sh
aus.
5
Backup
Wer sein System, egal ob unter Windows oder Linux, produktiv verwenden
möchte, sollte das Betriebssystem und die wichtigsten Daten regelmäßig
sichern - um darauf vorbereitet zu sein, wenn die Festplatte beschädigt
oder durch Viren infiziert ist (letzteres ist unter Linux eher unwahrscheinlich),
durch die Neu-Installation eines Betriebssystems (in unserem Fall
Kanotix) versehentlich Daten gelöscht werden oder nach einem Update
das System instabil wird.
Dennoch wird das Thema Datensicherung oft vernachlässigt. Dabei ist
es nicht schwer ein Backup durchzuführen und der Aufwand überschaubar.
Es ist empfehlenswert ein Backup einmal pro Woche durchzführen und
es auf eine externe Festplatte zu speichern, die man idealerweise
an einem anderen Ort als neben dem PC aufbewahrt. Man kann natürlich
auch auf CD oder DVD speichern. Wir beschreiben im Folgenden wie man
vor einer Kanotix-Installation sowohl ein Backup der Windows-Partition
(
5.1) als auch einer eventuell
schon vorhandenen separaten Daten-Partition (
5.2)
vornimmt
15.
5.1
Backup der Windows-Partition
mit Partition Image (partimage)
Mit einer Kanotix-Live-CD und dem Programm
Partition Image
läßt sich das Backup fast auf Knopdruck erstellen. Vorher sollte die
Windows-Partition unbedingt defragmentiert werden (z. B. mit
Diskeeper)!
Dies gilt insbesondere für NTFS-Partitionen, da NTFS zur Zeit von
partimage nicht vollständig unterstützt wird!
Daher
sollte man ein Backup einer NTFS-Partition zunächst einmal testweise
durchführen, um zu sehen, ob es zu Fehlermeldungen kommt! Wenn
keine Fehlermeldungen auftreten, sollte es auch keine Probleme beim
Zurückspielen des Backups geben.
A. Backup erstellen
Wir gehen davon aus, dass Windows auf
/dev/hda1 installiert
ist und wir das Backup auf eine externe Festplatte aufspielen wollen,
die als
/dev/sda1 erkannt wird.
Wir booten den Computer von der Kanotix-Live-CD und öffnen über das
Menü eine Root-Shell (
System -> Root-Terminal). Zunächst
hängen wir die Windows-Partition aus und anschließend die externe
Festplatte ein:
-
umount /dev/hda1
mount /dev/sda1 /media/sda1
Mit dem Befehl
-
df
können wir prüfen, ob die externe Festplatte eingehängt wurde und
noch ausreichend Speicherplatz vorhanden ist. Anschließend starten
wir durch Eingabe von
partimage
das Programm:
Zunächst wählen wir mit den Pfeil-Tasten die zu sichernde Partition
aus. In unserem Fall ist das
hda1.
Danach springen wir mit der Tabulatortaste in das Feld
Imagedatei16 erstellen/benutzen, wo wir als Dateiname
/media/sda1/dateiname
angeben, also z. B.
/media/sda1/backup2005-12-04.gz (gz für
gzip, s. u.).
Dann springen wir mit der Tabulator-Taste weiter zu
Aufgabe
durchführen. Falls die Zeile
Partition in eine neue Datei
sichern noch kein Sternchen hat, betätigen wir die Leertaste, um
das Sternchen zu setzen.
Weiter geht es mit der
F5-Taste.
Als Kompressionsmodus wählen wir
gzip aus (Cursor rauf, runter,
Leertaste). Bei den
Optionen setzen wir ein Sternchen vor
den Eintrag
Vor Sicherung Partition prüfen und deaktivieren
das Sternchen bei
Beschreibung eingeben. Durch ein weiteres
Drücken der
F5-Taste startet die Backup-Erstellung.
Wenn partimage das Backup beendet hat, wechseln wir mit
cd /media/sda1
in das Backup-Verzeichnis. Dort wurden ein oder mehrere Dateien angelegt
17, z.B. backup-2005-12-04.000, backup-2005-12-04.001, backup-2005-12-04.002.
Mit dem Befehl
-
chmod +r dateiname
in unserem Beispiel also
-
chmod +r backup2005-11-20.000.gz
chmod +r backup2005-11-20.001.gz
chmod +r backup2005-11-20.002.gz
setzt man die Leserechte für die Datei.
Voila! Das Backup ist erstellt und wir haben jetzt darauf Leserecht.
Wir können die Root-Shell schließen und den PC herunterfahren.
B. Backup wieder einspielen
Wir booten den Computer von der Kanotix-Live-CD. Wir öffnen eine Root-Shell
und hängen die externe Festplatte durch
mount /dev/sda1 /media/sda1
ein. Anschließend starten wir durch Eingabe von
partimage
das Programm.
Im obersten Block
Partition sichern/rücksichern wählen wir
mit den Pfeil-Tasten die Partition aus, wohin das Backup rückgesichert
werden soll. In unserem Beispiel ist dies
hda1.
Danach springen wir mit der Tabulatortaste in das Feld
Imagedatei
erstellen / benutzen. Hier geben wir den Namen der Backup-Datei ein,
also z.B. /media/sda1/backup2005-12-04.000.gz. Es ist wichtig die
Endung .000.gz mit anzugeben! Anschließend springen wir mit der Tabulatortaste
in den Block
Aufgabe durchführen und wählen
Partition
aus einer Datei rücksichern aus (Pfeil-Tasten, Leertaste).
Weiter geht es mit der
F5-Taste.
Bei dem nun erscheinendem Dialog können wir die Voreinstellung unverändert
übernehmen, so dass durch nochmaliges Drücken der
F5-Taste
das Backup jetzt eingespielt wird.
Das wars schon! Wir schließen die Root-Shell und fahren den PC herunter,
das System ist mit allen Daten wieder hergestellt!
Tipp: Es gibt
ein speziell für Kanotix geschriebenes Programm mit einer grafischen
Oberfläche namens partclony,
das partimage verwendet. Es unterstützt aber im Gegensatz zu partimage
auch das Dateisystem reiser4. Da es nicht Bestandteil der Kanotix-CD
ist, muss man es erst unter dem angeführten link herunterladen und
installieren. An dieser Stelle sei auch auf den ,,KDE Disk Archiver"
KDar hingewiesen, ein
vielseitiges, einfach zu bedienendes Backup-Programm für KDE.
5.2
Inkrementelles Backup einer
Daten-Partition mit rsync
Eine Daten-Partition jedes Mal komplett zu sichern, ist zu aufwendig,
da es unter Umständen sehr viele Dateien umfasst (man denke nur an
die vielen Bilder und Filme von Digital- und Videokameras). Hier reicht
es, lediglich ein zuvor erstelltes komplettes Backup um die neu hinzugekommenen
Dateien zu ergänzen, nicht mehr vorhandene Dateien im Backup zu löschen
und aktualisierte Dateien auch im Backup zu erneuern. Dieses Vorgehen
bezeichnet man auch als inkrementelles Backup. Auch eine Sicherung
des Home-Verzeichnisses von Kanotix kann auf diese Weise regelmäßig
durchgeführt werden. Das geeignete Programm hierzu ist
rsync.
Wir starten Kanotix im Live-CD Modus. Wir gehen davon aus, dass die
Daten auf /dev/hda2 liegen.
Über das Menü öffnen wir eine Root-Shell und hängen mit dem Befehl
-
mount /dev/hda2 /media/hda2
mount /dev/sda1 /media/sda1
die Datenpartition und die externe Festplatte ein. Nun sichern wir
mit dem Befehl
-
rsync -av --delete /media/hda2/home /media/sda1
den Inhalt des Home-Verzeichnisses auf die externe Festplatte. Die
an rsync übergebenen Optionen haben folgende Bedeutung:
- a: alle Ordner und Dateien inkl. aller Unterordner und -dateien werden
kopiert
- v: der Fortschritt von rsync wird auf den Bildschirm ausgegeben
- delete: Ordner und Dateien, die im Home-Verzeichnis nicht mehr existieren,
werden aus einem (vorherigen) Backup gelöscht. Wer dies nicht möchte,
läßt die Option --delete einfach weg.
Zum Wiedereinspielen des Backup starten wir ebenfalls die Kanotix-Live-CD.
Über das Menü öffnen wir die Root-Shell und hängen mit den Befehlen
-
mount /dev/hda2 /media/hda2
mount /dev/sda1 /media/sda1
die Datenpartition und die externe Festplatte ein. Anschließend kopieren
wir mit dem Befehl
rsync -av -delete /media/sda1/home/ /media/hda2/home
alle Dateien und Ordner zurück. Wichtig ist der Schrägstrich hinter
/media/sda1/home/ bei der Quellenangabe.
Dadurch werden nur die Dateien innerhalb /media/sda1/home zurückkopiert,
nicht aber der Ordner
home selbst, denn den gibt es ja schon
auf
/media/hda2.
6
Kanotix updaten
Da Kanotix auf Debian basiert, verwendet es auch dessen Paketverwaltung
APT
(,,a package tool"). Mit
apt-get lassen sich nicht nur
einzelne Programme/Pakete installieren, entfernen
18 oder updaten, sondern mit
apt-get dist-upgrade alle installierten
Programme/Pakete auf den neuesten Stand bringen. Die Paketquellen
sind in der
sources.list aufgeführt (
/etc/apt/sources.list).
APT ist rein konsolenbasiert. Es gibt jedoch auch grafische Werkzeuge,
die auf apt aufbauen und die wir hier in ihrer Funktion beschreiben
wollen. Mehr zu APT findet sich im Debian-Anwenderhandbuch (6.5.
4),
Kapitel 4.10 ,,APT und Verwandte".
Mit dem Kanotix-Installer ist es wiederum möglich, eine neue Kanotix-Version
unter Bewahrung bestimmter System-Einstellungen (z. B. Einträge im
/home-Verzeichnis) über ein bestehendes Kanotix-System zu installieren
(s. u.
6.3). Hierbei werden
dann auch, im Gegensatz zu einem dist-upgrade, ein neuer Kernel und
neue Treiber/Hardwaremodule installiert.
Achtung! Je größer das Intervall
zwischen zwei Dist-Upgrades ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit,
dass es Probleme gibt, u. U. durch unerfüllte Abhängigkeiten zwischen
einzelnen Paketen. Es ist sinnvoll, sowohl vor einem dist-upgrade
als auch der Installation einzelner Programme zuerst das tool apt-listbugs
zu installieren, dass vor einer Installation mittels
apt mögliche kritische Bugs (Fehler) auflistet. Zu bestimmten Zeiten
erfolgen auch größere Umstellungen in den Debian-Repositories, z.
B. wenn alle Pakete mit einer neuen Version des GCC-Compilers kompiliert
werden. Informationen dazu findet man in den Debian Weekly News
und im Kanotix-Forum.
In diesem Fall kann es angebracht sein, auf eine neue Kanotix-Version
zu warten und eine Update-Installation (s. u. 6.3)
durchzuführen bzw. nur gezielt einzelne Programme upzudaten (s. u.
6.1).
6.1
Programme installieren oder
updaten mit KPackage
KPackage
ist ein grafisches KDE-Programm mit dem man Pakete installieren und
deinstallieren kann (Ein Anwendungsprogramm wird in diesem Zusammenhang
auch als Paket bezeichnet)
19. Wir wollen hier am Beispiel des Kanotix-Update-GUI (KUGUI), das
im folgenden Unterkapitel behandelt wird, beschreiben, wie man Programme
mit KPackage installiert.
Zunächst müssen wir eine neue Paketquelle in die
sources.list
eintragen, um das Programm herunterladen und installieren zu können.
Wir tragen folgende Zeilen in die sources.list ein (als root öffnen!
20):
# Loibls Scripte
deb http://www.andreas-loibl.de/linux/debian/ ./
deb-src http://www.andreas-loibl.de/linux/debian ./
Danach öffnen wir KPackage (
K-Menü -> System -> KPackage,
oder alternativ über
Alt + F2), wobei zunächst die DEB-APT
Verfügbarkeitsliste abgefragt wird. Wir sollten außerdem die apt-indizes
(Paketquellen) über das Menü
Speziell ->
Apt: Debian
->
Aktualisieren aktualisieren. Beides kann eine Weile dauern.
In der Suchzeile geben wir dann ,,kanotix-update-gui" ein. Die
Suchzeile filtert die Pakete, sodass nur diejenigen Pakete angezeigt
werden, deren Name oder Beschreibung den eingegebenen Suchausdruck
enthalten.
Wenn wir nun im Auswahl-Fenster auf das angeforderte Paket klicken,
werden im rechten Fenster nähere Informationen zu diesem Paket dargestellt.
Das grüne N vor dem Paketnamen bedeutet, dass das Programm nicht installiert
ist. Um das Programm zur Installation vorzumerken, klicken wir auf
den kleinen Kreis hinter dem Programmnamen, der sich dadurch in ein
Häkchen verwandelt:
Wir klicken jetzt in der unteren Leiste auf
Ausgewählte Pakete
installieren, geben das root-Passwort ein und klicken im darauf erscheinenden
Fenster nochmals auf
Installieren. Das Paket wird nun heruntergeladen
und anschließend installiert
21. Dieser Prozess wird im rechten Fenster dargestellt:
Nach erfolgreichem Abschluss der Installation (
Result=0)
klicken wir auf
Fertig. Das N vor dem Paketnamen hat sich
in ein Symbol mit einem D für Debian verwandelt und zeigt damit an,
dass das Paket installiert ist. Falls im Laufe der Zeit eine aktuellere
Version vorliegen sollte, wird dies durch ein grünes U (Update) vor
dem Paketnamen angezeigt.
Wir können vor einer ,,echten" Installation auch erst einmal eine
lediglich simulierte Installation durchführen, um zu sehen, ob die
Installation problemlos durchgeführt würde, d. h. dass es keine ungelösten
Abhängigkeiten zwischen dem zu installierenden Paket und anderen Paketen
gibt (s. a. u.
6.2.1) . Dazu klicken wir im Installationsfenster
links unten das Kästchen vor ,,Test" an und klicken anschließend
auf
Installieren. Im rechten Fenster sehen wir jetzt u. U.
einen Hinweis, dass bestimmte Pakete aufgrund von Abhängigkeitsproblemen
entfernt werden sollen. Da mit ,,Test" die Installation nur simuliert
wird, wird auch nichts am System geändert, und wir können KPackage
gefahrlos beenden.
Nach erfolgreicher Installation sehen wir nun im
K-Menü unter
System einen Eintrag für das Kanotix-Update-GUI.
6.2
Dist-Upgrade und Kernel-Update
mit Kanotix-Update-GUI
Ein Dist-Upgrade oder ein Kernel-Update können wir mit dem bereits
erwähnten
Kanotix-Update-GUI
(KUGUI) durchführen, einem bequem anzuwendenden, dialogbasierten
Tool.
Sowohl bei einem Dist-Upgrade, als auch bei einem Kernel-Update,
muss eine Internetverbindung aufgebaut sein!
Wenn wir KUGUI aufrufen, sehen wir zunächst ein Auswahlmenü:
6.2.1
Dist-Upgrade
Eine Anmerkung vorab: Ein Dist-Upgrade ist zwar auch über Synaptic
möglich, aber nicht zu empfehlen! Wenn z. B. Pakete aktualisiert werden,
die den Desktop (KDE) betreffen, ist es besser KDE und den X-Server
zu beenden, was durch KUGUI automatisch durchgeführt wird. Außerdem
verhindert KUGUI die Installation neuer, unerwünschter System-Dienste
(z. B. ,,laptop-tools" bei einem PC) durch ein sogenanntes ,,freeze-Protokoll",
das den Ist-Status bewahrt
Um ein Dist-Upgrade durchzuführen, mit dem alle installierten Pakete
aktualisiert werden, klicken wir auf
2 Dist-Upgrade und anschließend
auf
Ok. Das Dist-Upgrade wird in mehreren Schritten durchgeführt
und erfolgt über die Konsole, d. h. KDE und der X-Server werden geschlossen.
Vor jeder auszuführenden Aktion erscheint ein Fenster mit einem Infotext,
das wir jeweils mit
Ok bestätigen. Nach Beenden des Upgrades
wird KDE wieder gestartet.
Falls das Dist-Upgrade durch eine Fehlermeldung abgebrochen wird,
hilft es meistens, dist-upgrade noch einmal durchlaufen zu lassen,
evtl. gefolgt von einem
apt-get -f install (f für ,,fix")
auf der Konsole (als root), wodurch defekte Abhängigkeiten zwischen
Paketen behoben werden. Es kann auch vorkommen, dass die Installation
eines (aktualisierten) Pakets nicht klappt, weil z. B. ein damit verbundenes
Paket noch in einer älteren Version vorliegt. In diesem Fall sollte
man einfach ein paar Tage warten und das dist-upgrade noch mal durchführen.
6.2.2 Kernel-Update
Der Betriebssystem-Kern von Linux, der sogenannte Kernel, wird ständig
erweitert und aktualisiert. Dabei werden z. B. Anpassungen bzgl. neuer
Hardware implementiert, als auch evtl. vorhandene Sicherheitslücken
gefixt. Daher ist es sinnvoll, immer den aktuellsten verfügbaren Kernel
zu installieren. Beim Systemstart werden im GRUB-Bildschirm die bootbaren
Kernel aufgeführt, die aus der Datei
menu.lst ausgelesen
werden, die sich im Verzeichnis
/boot/grub/ befindet. Nach
dem Update mit Kanotix-Update-GUI wird die menu.lst angepasst, d.h.
der neue Kernel wird an die erste Stelle gesetzt. Die alten Einträge
bleiben jedoch erhalten, so dass man über GRUB wieder den alten Kernel
laden kann, falls es Probleme mit dem Update gibt!
Um einen neuen Kernel zu installieren, klicken wir auf den 4. Eintrag
1 Kernel-Update. Die Abfrage ,,Automatisch nach dem neuesten
Kernel suchen" beantworten wir mit
Ja. Es wird eine Auflistung
aller downloadbaren Kernel angezeigt. Der aktuellste Kernel (kernel-kanotix-current)
ist vorausgewählt. Wir klicken auf
Ok und beantworten die
folgende Abfrage mit
Ja. Der Kernel wird jetzt heruntergeladen
und installiert. Außerdem werden die Kanotix-Skripte aktualisiert,
falls es neuere Versionen auf dem Server gibt.
Nach der Installation des Kernels erfolgt ein reboot und das Kanotix-Update-GUI
führt bestimmte abschließende Konfigurationsaufgaben aus. So werden
z. B. die aktuellen Skripte zur Grafikkartentreiber-Installation (und
diverse andere Kanotix-Skripte) heruntergeladen und ausgeführt. Falls
das System zu diesem Zeitpunkt nicht online ist, wird eine Internet-Verbindung
über das KUGUI aufgebaut. Es besteht außerdem die Möglichkeit einen
bereits vorhandenen Bootsplash für den neuen Kernel zu übernehmen.
Dieses Feature ist jedoch noch experimentell und sollte nur von erfahrenen
usern durchgeführt werden.
6.3
Neue Kanotix-Version
installieren unter Bewahrung der System-Konfiguration: Update-Installation
Mit Hilfe des Kanotix-Installers ist es möglich eine neue Kanotix-Version
zu installieren und dennoch die persönlichen System-Einstellungen
zu erhalten (z. B. Einträge in einem separaten /home-Verzeichnis).
Es handelt sich nicht um ein Online-Update! Man benötigt also die
neueste Kanotix-CD, die man im Live-Modus startet. Wir rufen den Kanotix-Installer
über das
Kanotix-Menü in der Kontrolleiste auf, indem wir
auf den Pfeil über dem Fischsymbol klicken und den entsprechenden
Eintrag im Untermenü aufrufen. Wir wählen die Funktion
Eine
Festplatteninstallation von Kanotix updaten auf der Startseite des
Installers und klicken auf
Weiter. Es erscheint der Reiter
Update-Installation:
Wir sollten zunächst überprüfen, ob die Angaben zu Root-Partition
und Bootmanager korrekt sind und diese wenn nötig ändern. Im Fenster
Diese Pfade vom Update ausnehmen werden standardmäßig bestimmte
Pfade und Dateien angegeben, die vor dem Update gesichert werden,
wie /home, /var (mit einigen Ausnahmen) und einige Einträge aus /etc.
Es wird dabei kein Backup angelegt, sondern die Pfade und deren Inhalte
werden in temporäre Kanotix-Update Ordner verschoben und nach der
Installation an den ursprünglichen Ort zurückgespielt. Möchten wir
Verzeichnisse oder Dateien sichern, die hier nicht aufgeführt sind,
müssen wir den entsprechenden Pfad in die Liste eintragen, da alles
andere auf der Root-Partition gelöscht wird! Hat man z.B. ein Programm
auf /opt/Programmname installiert, schreibt man an das Ende der Liste
/opt/Programmname und die Daten bleiben erhalten. Andernfalls wird
der Ordner durch das Update gelöscht! Auch hier ist daher der Hinweis
angebracht, sicherheitshalber ein Backup aller wichtigen Daten durchzuführen!
Programm-Pakete, die sich nicht auf der LiveCD befinden, werden deinstalliert,
d. h. auch alle Programme, die nach der Installation der bestehenden
Kanotix-Version zusätzlich installiert worden sind. Um diese wieder
bequem nachinstallieren zu können, wird zuvor eine Liste dieser Programme/Pakete
nach /root/old-packages-YYYYMMDD-HHMM.txt
22 geschrieben, die dann nach dem Update bequem per apt-get wieder installiert
werden können, z. B.:
-
apt-get install $(</root/old-packages-20060121-2030.txt)
Mit einem Klick auf
Update starten wird die Update-Installation
auf der Konsole durchgeführt. Es folgt noch eine bestätigende Abfrage,
danach ist der Prozeß unumkehrbar.
An dieser Stelle bleibt nur noch zu wünschen:
Viel Spaß mit
Kanotix!
7 Anhang
7.1
Hilfe und Weiterführende Links
Eine zentrale ,,Anlaufstelle" für Informationen zu Programmen,
Befehlen etc. ist das KDE-Hilfezentrum, das man über
K-Menü
-> Hilfe aufruft. Darin finden sich auch die sogenannten
manpages
(manual pages), die ausführliche Informationen zu den meisten Linux-Programmen
und -Befehlen bieten.
Eine manpage zu einem bestimmten Programm oder Befehl kann man schneller
über den Konqueror aufrufen, indem man in die Addresszeile des Konqueror
einfach
man:Programmname bzw.
man:Befehl eingibt.
Natürlich bieten auch die Kanotix-Seiten über das
Kanotix-Wiki,
die
FAQ23, das
Kanotix-Forum
und den
IRC-Chat
vielfältige Möglichkeiten sich zu informieren bzw. Hilfe zu suchen.
Außerdem sei auf folgende weiterführende Links verwiesen:
Linux-Grundlagen:
-
http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/06/060-laufwerke/
(Datenträgerverwaltung unter Linux)
-
http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/12/014-dateibaum/
(Verzeichnisstruktur unter Linux)
-
http://www.galileocomputing.de/artikel/gp/artikelID-237
(Knoppix-
Kompakt-Tutorial)
-
http://debiananwenderhandbuch.de/
(Das ,,offizielle" Debian-Handbuch)
- http://qref.sourceforge.net/ (Debian-Referenz: Grundlagen,
Installation und Systemverwaltung)
- http://www.linuxfibel.de/
- http://www.kofler.cc/linux7.html (Der ,,Kofler" gilt als
die ,,Linux-Bibel", auf der Seite kann man einige Kapitel als
pdf downloaden)
Programme:
- http://www.angelfire.com/linux/liste/start.html Eine Tabelle,
die zu Windows-Programmen die korrespondierenden oder ähnlichen Linux-Programme
nach Kategorien geordnet gegenüberstellt, und somit den Umstieg erleichtert.
- http://de.kde-apps.org/ Anwendungen für KDE, nach Kategorien
sortiert und mit Suchfunktion.
Desktop:
- http://www.kde-look.org/ Hintergrundbilder, Icon-Sets, Themen
etc. für KDE
7.2
Was ist eine MD5-Summe?
Eine MD5-Prüfsumme ist quasi der "Fingerabdruck" einer Datei.
Damit lässt sich prüfen, ob sich die zugehörige Datei im Originalzustand
befindet, d. h. nicht ,,korrumpiert" ist.
Windows-Benutzer müssen sich erst das Programm herunterladen (z.B.
hier:
http://www.etree.org/md5com.html) und ins Windows-Verzeichnis
kopieren; z. B.
C:Windows. Linux-Benutzer
haben das Programm höchstwahrscheinlich bereits vorinstalliert.
Um das Programm zu benutzen, öffnen wir eine Konsole (Linux) bzw.
die Eingabeaufforderung (Windows), und wechseln in das Verzeichnis,
in dem die Datei liegt, die zu überprüfen ist. Dann geben wir Folgendes
ein:
md5sum KANOTIX-2005-04.iso
Je nach Computer kann das Errechnen der Summe bis zu einige Minuten
dauern. Als Ausgabe erhalten wir dann die vielzitierte Summe. Die
kann man jetzt mit der entsprechenden md5-Summe auf der Downloadseite
vergleichen (einfach auf die .md5-Datei klicken). Nur wenn die Summen
übereinstimmen, ist die Datei ok!
Man kann sich aber auch die KANOTIX-2005-04.iso.md5-Datei herunterladen
und testet die Summe dann einfach mit:
md5sum -c KANOTIX-2005-04.iso.
md5 (vorausgesetzt
die .iso-Datei und die .md5-Datei sind im gleichen Verzeichnis!).
7.3
Cheatcodes
Im Edit-Modus des Bootloaders Grub kann man Einträge der
menu.lst
während des Bootens ändern. Dies geht auch, wenn Grub von CD gebootet
wird und die
menu.lst schreibgeschützt ist. Dazu muß zweimal
die Taste ,,e" gedrückt werden. Die Parameter werden dann einfach
ans Ende der Zeile geschrieben. Im folgenden eine Liste von Startparametern:
| CHEATCODE | Wert | Beschreibung |
|
| acpi | off | Schaltet ACPI vollständig aus |
| oldboot | Lasse nur ACPI Teile, die fürs Booten benötigt werden aktiv |
| force | Schalte ACPI ein |
| alsa | | Soundsystem |
| alsa | es1938 | installiert es1938 Treiber im ALSA Soundsystem |
| apm | off | Schaltet Advanced Power Management aus |
| BOOT_IMAGE | expert | Interaktiver Start Modus für ,,Experten" |
| bootfirewire | | Starten von Firewire CD |
| bootscsi | | Starten vom SCSI Laufwerk |
| bootusb2 | | Starten von USB Laufwerken |
| desktop | kde | Windowmanager auswählen |
| fluxbox (nur DVD) | |
| gnome (nur DVD) | |
| icewm | |
| larswm (nur DVD) | |
| twm | |
| wmaker | |
| xfce (nur DVD) | |
| dma | | |
| dpi | XX bzw. auto | Festlegen der gewünschten DPI |
| failsave | | setzt Bootvorgang auf sichere Werte |
| firewire | | Aktiviert Firewire Unterstützung |
| floppyconfig | | ,,knoppix.sh" von Diskette aufrufen |
| fromhd | /dev/hda1 (hda2,...) | Booten von vorher erstellten CD images auf der Festplatte |
| home | /dev/sda1/knoppix.img | Mount loopback Datei als /home/knoppix |
| scan | Automatische suche nach kanotix Homeverzeichniss |
| hsync | 80 (z.B.) | setzt horizontale X Wiederhol-Frequenz (Monitor) in Kilo-Hertz |
| ide2 | 0x180 nopcmcia | Boote von PCMCIA-CD-Rom |
| keyboard | us | Benutze US -Tastatur in der Textkonsole |
| lang | ??? | cn, de, de-utf8 (nur in Lite-Version), da, es, fr, it, nl, pl, ru,
sk, tr, tw, us |
| mem | 128MB (z.B.) | Benutze die angegebene größe Speicher |
| myconf | /dev/sda1 | Lade Konfiguration vom device (hier sda1) |
| scan | versuche ,,knoppix.sh" zu finden |
| noacpi | | Keine acpi Unterstüzung siehe acpi Schalter |
| noagp | | Keine AGP Unterstüzung (Advanced Graphics P?) |
| noapic | | Keine APIC Abfrage |
| noaudio | | Keine Audiounterstützung |
| noautomount | | Kein Automounter (2005-03 Lite) |
| noddc | | Keine Abfrage der Monitorwerte |
| nodhcp | | Keine Nutzung von DHCP |
| nodma | | Keine Unterstüzung für DMA (Direct Memory Access) |
| nodvb | | Keine DVB Treiber laden (2005-03 Lite) |
| noeject | | CD kann nicht aus dem Laufwerk entfernt werden |
| nofc | | Keine Fritzcard-Erkennung (2005-03 Lite) |
| nofirewire | | Keine Firewire-Abfrage |
| nofloppy | | Keine Floppy-Abfrage |
| noisapnpbios | | Keine ISA Plug and Play-Abfrage beim Start |
| nomce | | Schaltet die Meldung für einen unbedeutenden Fehler aus. |
| noml | | setzt alle Monitor modelines zurück und fragt nach, welche verwendet
werden sollen |
| nomodem | | Keine Winmodem-Erkennung (2005-03 Lite) |
| nopcmcia | | Keine PCMCIA-Unterstüzung verwenden |
| nopowernow | | Kein Speedstep/Powernow aktivieren |
| noscsi | | Kein SCSI verwenden |
| nosmp | | Keinen symmetric multi processor verwenden (mehrere CPUs oder CPUs
mit Hyper Threading) |
| nosound | | Keine Soundunterstüzung verwenden |
| notouchpad | | Keine Touchpad-Unterstützung |
| nousb | | Keine USB-Unterstützung verwenden |
| nowhell | | Zwinge PS/2 Protokoll für PS/2 Maus |
| pci | noacpi | verwendet kein acpi für pci Geräte |
| quiet | | Es erfolgt keine Ausgabe am Bildschirm |
| resume | /dev/hdaX | ermöglicht suspend modus |
| resume2 | /dev/hdaX | ermöglicht suspend modus |
| screen | 1280x1024 | Benutzerdefinierte Auflösung für X einstellen (1260x1024 oder andere
Bildschirmauflösungen) |
| scsiisa | | aktiviert ein paar ISA SCSI Treiber (2005-03 Lite) |
| testcd | test | testet ob die heruntergeladene CD in Ordnung ist |
| unionfs | | schaltet das union file system ein |
| vga | normal | Codes (s. u. GrubVgaCodes*) |
| vsync | 60 | setzt vertikale Wiederhol- Frequenz (Monitor) in Hertz |
| xmodule | ati | Benutze generischen ati-Treiber |
| fbdev | Benutze generischen framebuffer-Treiber |
| i810 | Benutze generischen intel-Treiber |
| mga | Benutze generischen matrox-Treiber |
| nv | Benutze generischen nvidia-Treiber |
| radeon | Benutze generischen ati radeon Treiber |
| savage | Benutze generischen S3 savage Treiber |
| vesa | Benutze generischen vesa-treiber |
| xhrefresh | 80 | setzt Horizontale Frequenz in X (Monitor) in Hertz |
| xvrefresh | 60 | setzt Vertikale Refresh Frequenz in X (Monitor) in Kilo-Hertz |
| xkeyboard | us | Benutze US -Tastatur in X |
|
*
GrubVGACodes: Welche ,,vga="-Option setzt welche
Konsolenauflösung?
hex:
| colours | 640x480 | 800x600 | 1024x768 | 1280x1024 |
|
| 256 | 0x101 | 0x103 | 0x105 | 0x107 |
| 32k | 0x110 | 0x113 | 0x116 | 0x119 |
| 64k | 0x111 | 0x114 | 0x117 | 0x11A |
| 16M | 0x112 | 0x115 | 0x118 | 0x11B |
dec:
| colours | 640x480 | 800x600 | 1024x768 | 1280x1024 |
|
| 256 | 257 | 259 | 261 | 263 |
| 32k | 272 | 275 | 278 | 281 |
| 64k | 273 | 276 | 279 | 282 |
| 16M | 274 | 277 | 280 | 283 |
VESA:
| colours | 640x480 | 800x600 | 1024x768 | 1280x1024 | 1600x1200 |
|
| 256 | 769 | 771 | 773 | 775 | 796 |
| 32k | 784 | 787 | 790 | 793 | 797 |
| 64k | 785 | 788 | 791 | 794 | 798 |
| 16M | 786 | 789 | 792 | 795 | 799 |
Footnotes:
1Der Name leitet sich ab vom nickname (,,Spitznamen") des Entwicklers
Jörg Schirottke alias Kano
2NTFS ist das Standarddateisystem von u. a. Windows XP, Windows 2000
3Frequently
Asked
Questions
4dies kann man unter Kanotix zu Beginn des Bootvorgangs im GRUB-Menü
einstellen
5vergleichbar mit einem Stammverzeichnis c: eines Windowslaufwerks;
nicht zu verwechseln mit dem homeverzeichnis /root des users root!
6Bei Installation auf einem Laptop sollte dieser ans Stromnetz angeschlossen
sein!
7Beim Starten und Herunterfahren von Linux werden mehrere abgestufte
Systemzustände, die als Runlevel bezeichnet werden, durchlaufen. Jedem
Runlevel sind bestimmte System-Dienste zugeordnet, die als Prozesse
in wohldefinierter Reihenfolge innerhalb des Betriebssystems gestartet
bzw. beendet werden.
8 glxgears
ist eine GLX-Demo, die drei rotierende Zahnräder darstellt und framerate-Informationen
(FPS) ausgibt.
9Eine Firewall schützt den Rechner u.a. vor dem Zugriff nicht befugter
Nutzer über das Netz. Die Kanotix-Firewall ist nur auf der Live-CD
vorhanden und auch nur für diesen Zweck geeignet!
10Nach der Konfiguration der Firewall kann man sein System über diese
Internetseite auf offene Ports testen:
http://scan.sygatetech.com/stealthscan.html
11Ports sind Adresskomponenten, die in Netzwerkprotokollen eingesetzt
werden, um Datenpakete den richtigen Diensten (z. B. DNS, HTTP, POP3)
zuzuordnen
12Eine Sammlung von Programmen, welche einem Eindringling auf einem
Computersystem dauerhaft einen versteckten Zugang sichert und Spuren
verwischt.
13Ausführliche Informationen zu Linux auf dem Laptop gibt es unter
http://www.linux-laptop.org/
14Mit
F2 kann man jederzeit vom silent in den verbose-Modus
wechseln. Dies kann sehr sinnvoll zur Fehlersuche sein!
15Eine eigene FAT32-Datenpartition ist sinnvoll, um Dateien unter Windows
und Linux gemeinsam zu benutzen; NTFS ist dazu nicht geeignet!
16Image ist ein Begriff der Informationstechnik,
der für das Abbild einer Festplatte, Partition oder CD verwendet wird,
das auch Informationen über die Struktur des Originalspeichers enthält.
17Man kann im Dialog einstellen, wie groß eine Datei sein soll. Die
Voreinstellung ist 2 GB. Wenn diese Größe überschritten wird, erstellt
Partimage weitere Dateien
18installieren mit
apt-get install Paketname, entfernen (inkl.
abhängiger Pakete und Konfigurationsdateien) mit
apt-get --purge
remove Paketname; apt-get update aktualisiert die
Übersicht/Liste der verfügbaren Pakete
19Alternativ zu KPackage kann man
Synaptic
verwenden. Dieses Programm muss man jedoch erst installieren, da es
nicht zum Lieferumfang von Kanotix gehört.
20z. B. so:
K-Menü -> System -> Dateimanager (Systemverwaltungsmodus);
anschließend Rechtsklick auf
Datei -> ,,
Öffnen mit"
-> Kate; alternativ:
Alt+ F2 ,,
kdesu kwrite
/etc/apt/sources.list"
21Falls eine Meldung ,,GPG error: ..." erscheint, kann man den public-Key,
der eine ,,vertrauenswürdige" Paketquelle kennzeichnet, über die
Konsole (als root) nachinstallieren, indem man folgendes eingibt:
apt-get install acritox-archive-keyring. Es wird eine Warnung
erscheinen, dass das Paket nicht authentifiziert werden konnte. Die
Frage `\"Diese Pakete ohne Überprüfung installieren [J/N] `\"
beantworten wir mit J , danach wird das Paket installiert. Es beinhaltet
den GnuPG-Public-Key, dadurch kann apt-get das Repository in Zukunft
authentifizieren.
Im Anschluss müssen noch einmal die apt-indizes aktualisiert werden.
22YYYYMMDD = JahrMonatTag, z. B. 20060121. HHMM steht für Stunde+Minute,
z.B. 2030. Diese Angabe ist nötig, da die Liste überschrieben wird,
wenn 2 Update-Installs an einem Tag durchgeführt werden.
23Frequently
Asked
Questions
File translated from
TEX
by
TTH,
version 3.67.
On 30 Apr 2006, 17:50.